AI - EDITION BERLIN
Taketo Muroi - The Silent Orders 8
Taketo Muroi - The Silent Orders 8
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Technik: Promptography auf Fine Art Papier
Bildgröße: 45 x 30 cm
Auflage: 3 + 1 A. P.
Jahr: 2025
The Silent Orders 8
Mit The Silent Orders 8 verschiebt sich der Fokus der Serie deutlich von kosmischen Symbolen und architektonischen Setzungen hin zu einer fast taktilen, materiellen Intensität. Die Bildfläche wirkt wie eine aufgerissene Oberfläche: silbrig-graue Strukturen erinnern an geätztes Metall, an Sedimente oder mikroskopische Landschaften, über die sich leuchtend orangefarbene Ströme ergießen.
Im Kontext der vorherigen Werke lässt sich dieses Bild als Innenseite der Ordnung lesen. Während Nr. 1–7 Ordnung als kosmische, räumliche oder symbolische Struktur verhandeln, zeigt Nr. 8 ihre energetische Durchlässigkeit. Ordnung ist hier nicht stabil, sondern fließend, verletzlich, von Kräften durchzogen, die sie zugleich formen und unterwandern.
Die orangefarbenen Bahnen wirken wie geschmolzenes Material, wie Energieadern oder Datenströme. Sie folgen keiner klaren Geometrie, sondern scheinen auf Widerstände zu reagieren, sich zu verzweigen, zu beschleunigen, zu stocken. Die KI erzeugt keine perfekte Symmetrie, sondern ein Feld von Entscheidungen – jede Linie Ergebnis einer Reibung zwischen Regel und Abweichung.
Im Vergleich zu den kosmischen Dunkelzentren von Nr. 7 ist dies eine Verlagerung vom Makro- ins Mikro-Kosmische. Ordnung zeigt sich nicht mehr als fernes Prinzip, sondern als Prozess auf der Oberfläche der Dinge. Die „stille Ordnung“ ist hier hörbar geworden – nicht als Klang, sondern als visuelle Vibration.
The Silent Orders 8 formuliert damit eine zentrale Erkenntnis der Serie: Ordnung ist kein Zustand, sondern ein Vorgang. Sie entsteht im Fließen, im Überlagern, im permanenten Neuverhandeln von Struktur und Energie. Still ist sie nur, weil wir gelernt haben, ihr Rauschen zu übersehen.
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