AI - EDITION BERLIN
Taketo Muroi - Latent grains 9
Taketo Muroi - Latent grains 9
Verfügbarkeit für Abholungen konnte nicht geladen werden
Technik: Promptography auf Fine Art Papier
Bildgröße: 30 x 30 cm
Auflage: 3 + 1 A. P.
Jahr: 2025
Latent Grains 9
Latent Grains 9 ist vielleicht das entspannteste Werk der Serie – ein Bild, das so wirkt, als hätte es beschlossen, sich nicht festlegen zu lassen. Die horizontal geschichteten Farbzonen erinnern an einen Sonnenuntergang, der zu lange über seine eigene Dramaturgie nachgedacht hat: Gelb oben, Rot in der Mitte, Violett und Blau darunter, alles weich, alles im Übergang, nichts mit Eile.
Im Gegensatz zu den konfliktreicheren Arbeiten der Serie herrscht hier eine fast ironische Gelassenheit. Die Farben liegen übereinander wie Decken auf einem Futon – ordentlich, aber nicht streng. Man könnte sagen: Dieses Bild weiß genau, dass es schön ist, und macht deshalb kein großes Aufheben darum.
Aus animistischer Perspektive scheinen die Farbschichten miteinander zu koexistieren, ohne sich zu stören. Jede Zone bleibt bei sich, respektiert den Raum der anderen. Zen-buddhistisch gelesen ist Latent Grains 9 ein visuelles Koan: Was passiert, wenn nichts „passieren“ will? Antwort: Genau das.
Medienkritisch betrachtet könnte man sagen, dass hier ein Algorithmus kurz innegehalten hat – ein Moment, in dem keine Optimierung notwendig war. Kein Effekt-Overkill, kein Spektakel, sondern ein Bild, das still sagt: „Ich bin schon da.“
Für Taketo Muroi ist Latent Grains 9 damit der Beweis, dass auch KI-generierte Bilder Humor haben können – sehr leise, sehr subtil, und mit einem erstaunlich guten Gespür für Timing.
Share
