AI - EDITION BERLIN
Taketo Muroi - Latent grains 46
Taketo Muroi - Latent grains 46
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Technik: Promptography auf Fine Art Papier
Bildgröße: 30 x 30 cm
Auflage: 3 + 1 A. P.
Jahr: 2025
Latent Grains 46
Latent Grains 46 ist eine der stillsten und zugleich radikalsten Arbeiten der Serie. Das Bild ist nahezu entmaterialisiert: Ein weiter, milchiger Farbraum spannt sich zwischen einem kühlen Blau am oberen Rand und einem violett verdichteten Feld am unteren Bildsaum. Dazwischen liegt ein breites, lichtdurchzogenes Zentrum, das weniger Farbe als Zustand ist – eine Zone der Schwebe, der Offenheit, fast der Auflösung.
Hier tritt die Nähe zum Zen-Buddhismus besonders deutlich hervor. Nicht im Sinne einer Illustration, sondern als Haltung: Das Bild verzichtet auf Ereignis, auf Fokus, auf Dramaturgie. Es fordert kein Sehen, sondern ein Verweilen. Wie im Zen ist Bedeutung nicht im Motiv verankert, sondern im Akt der Wahrnehmung selbst. Das Werk ist nicht leer – es ist leer von Absicht.
Gleichzeitig zeigt sich hier exemplarisch die Arbeitsweise der KI. Aus demselben Prompt, aus derselben strukturellen Vorgabe, entsteht eine Variante, die kaum noch „Bild“ sein will. Die KI reduziert, glättet, nivelliert – und produziert damit eine ästhetische Nähe zur Meditation. Unterschiede werden minimal, Übergänge entscheidend.
Latent Grains 46 wirkt wie ein Atemzug zwischen zwei Gedanken. Ein Bild, das nichts erklärt und gerade dadurch alles offenlässt. In der Praxis von Taketo Muroi markiert diese Arbeit einen Extrempunkt: Die KI als Werkzeug der Entleerung, nicht der Verdichtung. Farbe wird hier nicht gezeigt, sondern erfahren.
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