AI EDITION BERLIN
JULIEN BONET - Burnout
JULIEN BONET - Burnout
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Technik: Promptography auf Hahnemühle Fine Art Papier
Größe: 50 x 40 cm
Auflage: 3 + 1 A. P.
Jahr: 2023
Vom Künstler auf einem separaten Etikett signiert, datiert und mit einer Editionsnummer versehen.
Burnout
Ein Körper im Untergrund, verhüllt von Krawatten – Relikte der Arbeitswelt, Symbole des Aufstiegs, der Anpassung, der Kontrolle. Hier, in einem verlassenen, fluoreszierend beleuchteten Raum, verlieren diese Stoffstreifen ihre Funktion. Sie sind weder Zierde noch Status, sondern Last. Eine Hülle, die niederdrückt, statt zu schmücken.
Burnout verdichtet die stille Krise einer Epoche, in der Arbeit längst nicht mehr nur Mittel zum Leben ist, sondern Identität, Sinn, Zwang und Fluchtpunkt zugleich. Die Krawatten, einst Zeichen von Würde und Zugehörigkeit, erzählen nun von Erschöpfung, Überforderung und dem Preis permanenter Beschleunigung. Sie umhüllen ein anonymes Subjekt, dessen Gesicht verloren ging in Routinen, Zielvereinbarungen und Deadlines.
Bonets Bild stellt Fragen, die weit über das Individuum hinausreichen: Was geschieht mit Gesellschaften, die ihr Selbstverständnis an Produktivität knüpfen, während sie gleichzeitig von psychischen Krisen durchzogen werden? Wie formt sich eine kollektive Müdigkeit, die nicht laut schreit, sondern still erdrückt? Und welche Rituale braucht es, um dieses Schweigen zu durchbrechen – jenseits von Schlagwörtern wie „Work-Life-Balance“ oder „New Work“?
Die radikale Einfachheit des Motivs, das in Bonets Maskeraden wurzelt, wird zur universellen Chiffre: Sie spricht nicht nur von individueller Erschöpfung, sondern von einer systemischen Müdigkeit, die in einer globalisierten, digitalen Ökonomie allgegenwärtig ist – ein Mythos des 21. Jahrhunderts, geboren aus den Trümmern des Fortschrittsversprechens.