AI EDITION BERLIN
JULIEN BONET - Getarnt
JULIEN BONET - Getarnt
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Technik: Promptography auf Hahnemühle Fine Art Papier
Größe: 50 x 40 cm
Auflage: 3 + 1 A. P.
Jahr: 2023
Vom Künstler auf einem separaten Etikett signiert, datiert und mit einer Editionsnummer versehen.
Getarnt
Eine Figur, kaum sichtbar und doch unübersehbar. Ihr Körper verschwimmt mit der Umgebung, eine stille Präsenz am Rand des Geschehens. Sie beobachtet, wartet – nicht um zu schützen, sondern um in dem Moment, da jemand zu nahekommt, eine Geste der Umkehrung zu vollziehen: dem Passanten eine Tüte über den Kopf zu ziehen, das Sichtbare ins Unsichtbare zu verwandeln.
In den Worten des Künstlers: „Eher selten und unauffällig schleichen die Getarnten am Rande von Prozessionen umher. Wenn ein Passant zu nahe kommt, versuchen sie, seinen Kopf mit einer Papiertüte zu bedecken.“
Historisch erinnern solche Figuren an die „Randmasken“ europäischer Feste – Gestalten, die nicht im Zentrum der Prozession standen, sondern an deren Grenzen. Sie markierten Übergänge zwischen Feier und Gefahr, zwischen Ordnung und Anarchie. In ihnen spiegelte sich das Unberechenbare: das Moment des Übergriffs, das Lachen, das ins Erschrecken kippt.
Bonets Getarnt überträgt dieses Motiv in unsere Gegenwart: Es spricht von latenter Kontrolle und subtilen Übergriffen, von einer Welt, in der Sichtbarkeit Macht bedeutet – und Tarnung Widerstand. Die Figur bleibt anonym und doch unheimlich vertraut, wie ein Schatten unserer eigenen Ängste vor Verlust von Autonomie.
Teil der fortlaufenden Serie Maskeraden – zeitgenössische Mythen zwischen Angst, Ritual und kollektiver Erinnerung.