AI EDITION BERLIN
JULIEN BONET - CCTV
JULIEN BONET - CCTV
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Technik: Promptography auf Hahnemühle Fine Art Papier
Größe: 50 x 40 cm
Auflage: 3 + 1 A. P.
Jahr: 2024-25
Vom Künstler auf einem separaten Etikett signiert, datiert und mit einer Editionsnummer versehen.
CCTV
Eine Figur steht regungslos auf der Straße, und doch ist sie mehr Abwesenheit als Körper. Ihr Inneres ist ein Spiegel der Stadt – Hochhäuser, Straßen, Fensterfassaden. Kein Gesicht, kein Blick. Nur Architektur. Hier wird der Mensch selbst zur Projektionsfläche einer urbanen Totalität, die ihn formt und gleichzeitig verschlingt.
CCTV ist ein Bild der Überwachungsgesellschaft, subtiler als jede Kamera, die wir sehen. Es zeigt nicht den Akt des Beobachtens, sondern den Zustand des Beobachtetwerdens: jenes stille Wissen, dass jedes Tun registriert wird, jede Bewegung ein Datensatz ist. Die Figur ist anonym und zugleich völlig durchsichtig. Identität wird nicht mehr verborgen, sondern aufgelöst – im Raster der Stadt, im Algorithmus der Sicherheit.
Julien Bonets Arbeit hinterfragt nicht nur Kontrolle, sondern auch Zugehörigkeit: Was bedeutet Privatheit, wenn der öffentliche Raum selbst zur Linse geworden ist? Wie verändert sich unser Verhalten, wenn wir uns inmitten permanenter Sichtbarkeit bewegen – zwischen Selbstinszenierung und Selbstzensur?
Die kühle Präzision der Darstellung verweist auf eine tiefe Ambivalenz unserer Gegenwart: Sicherheit und Entfremdung, Transparenz und Verlust. CCTV erzählt von einer Gesellschaft, die sich selbst schützt, indem sie sich selbst überwacht – und dabei Gefahr läuft, den Menschen hinter den Fassaden zu verlieren.
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