AI EDITION BERLIN
JULIEN BONET - Holzfäller
JULIEN BONET - Holzfäller
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Technik: Promptography auf Hahnemühle Fine Art Papier
Größe: 50 x 40 cm
Auflage: 3 + 1 A. P.
Jahr: 2024-25
Vom Künstler auf einem separaten Etikett signiert, datiert und mit einer Editionsnummer versehen.
Holzfäller
Ein Baumstamm, roh und unverarbeitet, umschließt einen Körper. Die Maserungen der Rinde wirken wie erstarrte Muskeln, die Astlöcher wie Augen. Nur die Stiefel verraten, dass hier ein Mensch steckt. Die Figur steht reglos im Wald, eine seltsame Fusion von Mensch und Natur – weder Jäger noch Gejagter, sondern eine hybride Existenz zwischen beiden.
Historisch knüpft Holzfäller an jene Waldmasken europäischer Winterbräuche an, die seit Jahrhunderten an den Rändern von Dörfern auftauchten: Figuren, die den Wald personifizierten, die Fruchtbarkeit erbeten oder den Waldgeist besänftigen sollten. In manchen alpinen Regionen traten solche Masken als „Waldmänner“ oder „Holzgeister“ auf, die zwischen Rodung und Schutz, zwischen Ausbeutung und Ehrfurcht vermittelten.
Bonet aktualisiert diese Archetypen für eine Zeit, in der der Wald nicht mehr nur Lebensraum, sondern auch Ressource und Projektionsfläche ökologischer Krisen ist. Der Holzfäller wird hier nicht als Held des Fortschritts, sondern als Symbol für unsere ambivalente Beziehung zur Natur gezeigt: Wir entnehmen, um zu leben – und zerstören dabei genau das, was unser Überleben sichert.
Im Kontext der Serie Maskeraden steht Holzfäller für eine stille, archaische Kraft: ein Bild, das uns an unsere eigenen Wurzeln erinnert – buchstäblich und im übertragenen Sinn.
Teil der fortlaufenden Serie Maskeraden – zeitgenössische Mythen zwischen Angst, Ritual und kollektiver Erinnerung.
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